Christl. Pferdeschutzhof Refugium - Die Pferde
 

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Die Pferde:

Cherokee
          


Im Februar 2015, nachdem unser Pony Astra und unser alter Warmblutwalach Prinz gestorben war, bekamen wir einen Anruf aus "Deutschlands erster Pferdeklappe". Frank Weber (Vox "Hunde-Katze-Maus") hatte unsere Adresse weitergeleitet. Eine Pferdebesitzerin war in Not geraten, als sie krankheitsbedingt nicht mehr zeitig arbeiten konnte. Sie suchte schon Monate verzweifelt nach einen Platz für ihre alte Araberstute. Da Cherokee weder geritten, noch zur Zucht eingesetzt werden kann, ist sie eigentlich ein "Gnadenbrotpferd" und kein Fall für die Pferdeklappe. So nahmen wir die schöne, damals 28-jährige Stute auf. Ihr Frauchen brachte sie selbst zu uns. Die Trennung fiel ihr sehr schwer, zumal sie fast 5ookm entfernt wohnt. Aber sie wollte das Beste für ihre kleine Stute, die sie 26 Jahre gepflegt hatte. Cherokee kam als Fohlen aus schlechter Haltung zu ihr. Schon damals litt sie an einem Herzklappenfehler und hatte Verhaltensstörungen, aufgrund der groben Behandlung beim Erstbesitzer. Es brauchte viel Zeit und Liebe um aus ihr das freundliche Pferd zu machen, daß sie jetzt ist. Aus Sorge, Cherokee könnte wieder in schlechte Hände geraten, hat sie das sensible Pferd zu uns gebracht und freut sich mit uns, daß die kleine Stute sich so schnell eingelebt hat und sich mit den zwei großen, wie auch den beiden kleinen Pferden versteht.

 

 


Adina

Nachdem im Winter unser Fjordpferd Salomo verstorben war, zog die 26-jährige Warmblutstute Adina bei uns ein. Wieder war es unser Schmied, der sie uns ans Herz legte. Adina ist eine ausrangierte Zuchtstute mit besten Papieren. Ihr Züchter mußte sich aus gesundheitlichen Gründen von ihr und ihren 2 Töchtern (10 und 15 Jahren) trennen. Wärend die jüngeren Stuten gerne von anderen Züchtern übernommen wurden, (eine wurde bis nach Berlin verkauft) blieb Adina übrig und "stand im Weg". So nahm sie unser Schmied mit auf seinen Hof, kümmerte sich um ihre verwahrlosten Hufe und brachte sie zu uns. Da Adina in den letzten 15 Jahren ihres Lebens nichts gesehen hatte außer Stall und Weide, ist sie sehr schreckhaft. Auf dem Weg zur Weide scheute sie anfangs sogar vor Autos, sowie Hühnern in den Gärten, Katzen u.a. Am schlimmsten aber vor Menschen mit Regenschirmen. Da bliebt uns nur eins: üben, üben und üben. Da Adina aber ein sehr menschenbezogenes, liebes Pferd ist und trotz aller Schreckhaftigkeit neugierig, sind wir guter Hoffnung, daß sie bis zum Winter weitgehend stressfrei auf die Weide zu bringen ist. Immerhin wagt sie es schon, sich ihrem neuen Frauchen trotz Regenschirm zu nähern (wenn auch bebend).
 Bis zu seinem Tod bildete Adina mit Prinz ein schönen Paar. Er gab ihr ein wenig Sicherheit, so daß sie beim Führen zwischen ihm und ihr Frauchen lief.
Auch auf der Sommerweide standen beide meistens zusammen.
Wenn sie auch anders als Prinz noch Heu und Gras fressen kann, muß auch sie zugefüttert werden. -
Nachdem Prinz verstorben war, hat sie sehr getrauert. Aber schon 4 Wochen später zog die sanfte Araberstute Cherokee bei uns ein und dann im Frühjahr die braune Warmblutstute Benni. Jetzt sieht man die drei gemeinsam über die Sommerweide ziehen, wobei Adina die unangefochtene Chefin ist. Leider hat Adina aufgrund ihres jahrelangen Bewegungsmangels ausgeprägt Spat (Arthrose des Sprungelenks) und legt sich zum Schlafen nicht mehr hin.  


Candy

Candy entdeckten wir zufällig auf einem Pferdehof. Er stand mmit anderen Pferden auf einer völlig abgefressenen "Weide" und wurde von den anderen gemobbt. Es waren Stuten mit Fohlen, die um jeden Grashalm kämpften. Candy selbst war fürchterlich abgemagert. Wir erfuhren später, dass man ihn das Gerippe nannte. Sein linker Vorderfuß war irgendwie verkrüppelt und so war er auch noch gehbehindert. Wir erkundigten uns nach dem Pferd und redeten mit seinen Besitzern. Sie hatten das Pferd nach dem Tod seines Partnerpferdes auf dem Pferdehof eingestellt. Man hatte ihnen versprochen, dass es auf eine Rentnerwiese käme, zusammen mit ein oder zwei anderen alten Pferden. Dochkaum war Candy dort, fing er an abzumagern. Den Besitzern erklärte man, dass ein Tierarzt es untersucht und seine Zähne nachgeschaut hätte. Candy wäre gesund, aber eben alt. Er war 26 Jahre. Nach einem Gespräch mit uns begannen seine Besitzer einen Brei aus Heucop, Müsli u.s.w. zuzufüttern - und - Candy fing an zuzunehmen. Dann fuhren sie in Urlaub, stellten Futtersäcke hin und man versprach das Pferd weiterzufüttern, morgens und abends einen 20l Eimer. Als sie wieder zurück waren, war Candy wieder abgemagert. Als wir ihn besuchten, lag er auf einer kargen Weide völlig entkräftet und war kaum in der Lage aufzustehen. 

 

Nachdem unsere Benni verstoben war, brachten die verzeifelten Besitzer das Pferd zu uns.
Adina begrüßte ihn, als hätte sie auf ihn gewartet. Candy erging es ebenso. Als er sie erblickte, fing er an freudig zu wiehern und beide liefen gleich zusammen los. Bald sah man sie einander putzen.

 Candys verkrüppeltes Vorderbein ist ein traurigen Andenken an einen Pferdekiller, der hier vor 22 Jahren sein unwesen trieb. Das Fohlen, das damals mit Candy auf der Weide war, war mit messern grausam hingerichtet worden. Candy konnte mit einer schweren Beinverletzung fliehen. Es gibt uns immer wieder einen Stich zu sehen, was man dem armen, schönen Pferd angetan hat. Er kommt damit ganz gut zurecht. Dennoch verstehen manche Menschen nicht, weshalb sein Besitzer ihn damals nicht eingeschläfert hat, sondern in die Tierklinik gebracht hat. Die Behandlung ist nicht ganz geglückt, es kam zu einer Sehnenverkürzung, Candy blieb lahm. Dennoch zeigt er deutlich, dass er leben will. Immer auf der Suche nach dem saftigsten Gras zieht er sichtlich zufrieden mit seiner Adina über die 2 Hektar große Weide. Nach wie vor wird fleißig zugefüttert, die Zähne funktionieren halt nicht mehr so. die angebliche Zahnbehandlung auf dem Pferdehof war ein Märchen. Wir haben sie hier nachgeholt.
 
Wir hoffen, dass Candy noch eine lange schöne Zeit vor sich hat. Und - wie ein Gerippe sieht er nun ja wirklich nicht mehr aus!




Benni

Die Lebensgeschichte der etwa 23-jährigen Benni ist eigentlich eine traurige. Es ist die Geschichte so vieler braver Pferde. Benni ist nicht so groß und deshalb ein ideales Kinderpferd. So war sie schon durch einige Hände gegangen, ehe sie, fast zu spät, zu uns kam. Brave kleine Pferde ohne Papiere sind billig und werden oft von Menschen angeschafft, die wenig Ahnung von Pferdehaltung haben.  Man hat was von preiswerter, gesunder Robusthaltung gehört und meint, es reicht, daß Pferd auf eine Wiese zu stellen. Einen Stall braucht man ja nicht (gibt es ja in der Natur auch nicht). So spart man Stroh und ausmisten braucht man auch nicht. Spätestens zum Spätherbst verwandelt sich dann aber der Unterstand, sofern überhaupt einer vorhanden ist, in einen Schlammplatz voller Kot und Jauche. Die Pferde, zum Glück werden sie ja in der Regel wenigstens zu zweit gehalten,stehen und liegen in ständiger Nässe und Kälte.
So auch Benni. Irgendwann fing sie dann an zu husten  und war schließlich nicht mehr reitbar. Sie wurde dann als Beistellpferd hin und her verliehen, kam dann aber wieder zurück. Aus der chronischen Bronchitis wurde schließlich  Dämpfigkeit. Die Lunge war unwiderruflich geschädigt. Der letzte Winter war witterungsbedingt der Schlimmste für Benni. Sie verbrachte ihn im Freien, der durchnäßte, tief zertretene Boden fror zeitweise durch und machte das Gehen nahezu unmöglich. So stolperte sie mühsam zwischen Wasser und Heuraufe hin und her und verbrachte Tag und Nacht mit Fressen.  So wurde sie regelrecht fett. Legen konnte sich die lungenkranke Benni nicht, zu kalt, hart und naß war der Boden. Die junge Besitzerin, die das Pferd übernommen hatte, hatte schließlich ein Einsehen und bat uns, sie aufzunehmen. Sie hatte weder Geld noch Zeit, die Haltung zu verbessern.
So kam Benni zu uns. "Sie ist schwer krank", sagte die junge Frau traurig, als sie sie brachte. Ja, das war sie. Schon wenige Trabschritte reichten um Atemnot auszulösen. Bei uns angekommen fanden wir sie mehrer Wochen meist liegend vor.
 

Selbst wenn man die Weide morgens betrat, und alle anderen in Erwartung eines leckerbissens angetrabt kamen, blieb sie liegen. Sogar als der Tierarzt kam, sie zu untersuchen. Anfangs waren wir immer in Sorge, dass sie verstorben sei, wenn sie so reglos dalag. Nur wenn man zu ihr ging, richtet sie sich ein weig auf.
"Sie muß sich erholen, genießen" meinte unser Tierarzt und hatte recht. Heute sieht man sie selten liegen.Sie zieht mit den anderen über die Wiese und hat auch ein wenig abgenommen.Ja, die kleine Benni kam gerade noch rechtzeitig. Ihre Dämpfigkeit wird bleiben. Nässe, Kälte und Schimmelsporen (in der großen Rundballen- Heuraufe lag immer auch verschimmeltes Heu) haben ihre Lunge für immer geschädigt. Mit unserem Tierarzt hoffen wir, dass die Erkrankung unter besseren Haltungsbedingungen nicht weiter fortschreiten wird.

Jacques-Bileam


Unser etwa 30-jähriges Zwergmuli Bileam wurde uns Ostern  2011 von der Noteselhilfe gebracht. Bileam hatte zuvor viele  Jahre halbwild in einer Herde Shetlandponys gelebt. Als seine  Besitzerin erkrankte und sich nicht mehr um die Tiere kümmern  konnte, wurden sie noch eine zeitlang notdürftig von Nachbarn versorgt. In dieser zeit wurde Bileam durch Über- und Fehlfütterung rehekrank. Schließlich kam die ganze Herde in die Obhut der Noteselhilfe.  Dort merkte man schnell, daß Bileam völlig unerzogen und  scheu war. Er ließ sich ungern einfangen und aufhalftern, anbinden oder putzen, vom Hufe aufheben ganz zu schweigen! Wenn man diese anheben wollte, geriet er geradezu in Panik.  Auch schien sich Bileam, obwohl er ein Halbesel ist, unter Eseln  nicht wohl zu fühlen. Nun, er hat ja auch jahrelang unter Ponys   gelebt.so kam Bileam zu uns. Kaum in seine große Box gebracht, versuchte er verzweifelt auszubrechen. Auch eine Box war ihm  offenbar fremd. Inzwischen ist unser "Wildesel", wie ihn unser Tierarzt seit einer  Impfaktion nennt, ein ganzes Jahr bei uns. Nach anfangs  täglichem Training (join-up) war das Einfangen und Aufhalftern  schon bald kein Problem mehr. Schon wenn er uns von weitem kommen sieht oder hört, läuft er uns laut schreiend entgegen.Länger dauerte es, bis er uns seine Hufe gab. Aber auch das  klappt nun ganz gut, solange kein Fremder dabei ist. Und sonst ist Bileam so, wie man sich einen typischen Esel vorstellt. Sehr lieb, anhänglich und schmusig, aber auch sehr eigenwillig. Mit  ihm spazierengehen macht Freude, solange unsere Route  seinen Vorstellungen entspricht. Ist er anderer Meinung, bleibt er stehen. Jegliches Ziehen wäre zwecklos. So hat sich Bileam gut eingelebt. Da seine Hufe wieder gesund   sind,hat er keine Schmerzen mehr. Den Sommer verbringt er mitten zwischen seinen geliebte Shettys auf einer Magerwiese, mit Hecke und Weidezelt.


 

Aika und Astra





Beide Shetlandponys sind asthmakrank. Die kleine Astra war zudem schon als Fohlen ein Rehepferd. Übermütig, als Kinderpony zu temperamentvoll und  durch ihr Asthma nicht belastbar, führt sie fast 20 Jahre lang ein  Frührentnerdasein.  Dann verstarb sie sehr plötzlich. 
 Die heute 30-jährige Aika kam vor 25 Jahren aus sehr schlechter Haltung auf den Pferdeschutzhof. Sie war abgemagert und besonders die Hufe verwahrlost. Auf Grund schlechter Behandlung war sie anfangs nicht ungefährlich. Sie schlug und biß, wenn man sie streicheln, führen oder putzen wollte. Dennoch wurde auch sie ein liebes, scheufreies  Kinderpony, wenn sie auch wegen des Asthmas nur begrenzt belastbar war. Auch sie ist heute eine fröhliche Rentnerin. Mit 31 Jahren bekam sie einen Herzschwächeanfall mit Lungenödem. Es schien, als sei ihr Leben zu Ende. natürlich hatten wir bemerkt, daß sie schwächer wurde, sie der weg zur Weide anstrengte. Aber wenn es dann so weit ist... Um so froher dankbarer waren wir und unsere Tierärztin, daß sie sich wieder erholte und fröhlich über die Sommerwiese galoppert.

 

Unsere Ehemaligen

In über 30 Jahren Pferdehaltung kommt es leider  auch vor, daß Pferde sterben, zumal dann,  wenn sie schon im hohen Alter zu uns kamen.  So verbrachte z.B. die Araberstute Geisha nur 2 Jahre auf unserem Hof. Dann erlitt sie (32-jährig) auf der Weide einen Schlaganfall. Sie   war nicht mehr in der Lage aufzustehen und mußte eingeschläfert werden. Andere Pferde haben 15 oder auch 20 und mehr Jahre bei uns gelebt. Sie hatten oft Schlimmes hinter sich als sie kamen, waren anfangs verstört, ängstlich oder aggressiv. Da wir ihre Geschichten kennen,wollen wir hier diejenigen von ihnen vorstellen,  deren Leben so beispielhaft ist für viele ihrer Leidensgenossen: 

Salome


Die  kleine Warmblutstute ist mit ihren 38 Jahren das  älteste Pferd auf dem christlichen Pferdeschutzhof. Ihre Lebensgeschichte ist ein geradezu „klassischer  Fall“: Als schickes Reitpferd mit sehr schönen  raumgreifenden Gängen wurde sie erfolgreich im  Dressur- und Springsport eingesetzt. Wie viele andere  Turnierpferde verbrachte sie die Zeit außerhalb der  Trainingsstunden in einer Box, b.z.w. im Ständer statt auf einer Weide. Das viele Stehen ging ihr im Laufe der Zeit auf die Gelenke. Schließlich begann sie zu lahmen, die Hinterbeine schwollen an. Da sie aber so gut gebaut war, brachte man sie nicht gleich zum Schlachter, sondern (22-jährig) zur Zucht auf eine Sommerweide zu einem jungen Hengst. Durch ihre  Steifheit in der Hinterhand konnte sie sich seiner ständigen Belästigungen nicht erwehren. Sie war seinem Übermut hilflos ausgeliefert, geriet in Dauerstreß und magerte ab. Als Tierschützer sie aus  dieser Situation befreiten, war sie in einem erbärmlichen Zustand: Die Hufe bis aufs Leben abgelaufen, dazu mehrere Hufgeschwüre, Bißwunden, bis auf die Knochen abgemagert u.s.w.

So kam Salome vor 13 Jahren über „Herrchen gesucht“   HR zu uns auf den Gnadenhof. Zunächst war sie völlig apathisch, wirkte „gebrochen“. Aber nach und nach  erwachte ihr Lebenswille wieder. Die große Box, in der  sie ungestört fressen konnte, das kleine Pony nebenan,  der tägliche Weidegang, das alles tat ihr sichtlich gut.  Bald faßte sie Vertrauen zu uns. Nur wenn Fremde in  den Stall kamen, drückte sie sich mit weit aufgerissenen  Augen in die hinterste Boxenecke und weigerte sich, die Box zu verlassen. Ja, sie biß sogar zu, wenn ein  Fremder versuchte, sie zu streicheln. Aber auch das  legte sich nach und nach, so daß sie nach gut einem Jahr ein völlig normales, freundliches Pferd wurde. Es schien, als habe sie ihre Vergangenheit bewältigt. Aber dann ereignete sich folgendes: Als wir auf dem Weg zur  Weide an einen zwischen den geparkten Autos  abgestellten Pferdehänger vorbei wollten, schienen in  der Stute alte Erinnerungen lebendig zu werden. Sie riß den Kopf hoch, starrte mit weit aufgerissenen Nüstern auf den Hänger und fing am ganzen Leib an zu zittern. Ein   Pferd, das jahrelang problemlos von einem Turnier zum  anderen transportiert worden war, packte nun das schiere  Entsetzen beim Anblick eines Hängers. „Bitte nicht wieder zurück!“ war die eindeutige Botschaft an uns,  denn kaum waren wir neben dem Hänger, und sie begriff, daß sie nicht einsteigen brauchte, entspannte sie sich  wieder.

Jetzt lebt Salome schon 13 Jahre auf unserem Hof. Das  Lahmen ist geblieben und die typischen Alters-  beschwerden hinzugekommen. In Zusammenarbeit mit unserem Tierarzt sorgen wir dafür, daß sie keine  übermäßigen Schmerzen hat. Erst, wenn das nicht mehr gelingt, wird sie eingeschläfert. Aber noch ist es nicht so  weit. Sehen Sie selbst: Ein Pferd, das kaum auf der  Wiese angekommen so fröhliche (wenn auch ein wenig   hölzerne ) Bocksprünge macht, ist noch nicht  lebensmüde. Im Herbst 2011 bekam Salome dann zunehmend Herz- Kreislaufprobleme. Schließlich ging es ihr so schlecht, daß wir sie am 30.12.11 einschläfern lassen  mußten.

Bonnie


Bonnie ist jetzt 32 Jahre alt. Über sein bewegtes Leben könnte man ein Buch schreiben. Hier nur ein Überblick: Die ersten Lebensjahre wurde er als Handpferd auf Ausritte  mitgenommen und trug die kleinen Kinder seiner  Besitzer. Aber dann zerbrach die Familie. Alkohol kam  ins Spiel, er wurde mißhandelt und begann die erwachsenen Menschen, insbesondere Männer zu  fürchten. Irgendwann stand Bonnie dann auf einem Pferdemarkt und wurde an einen Reiterhof verkauft. Man ließ ihn einfahren. Aber seine Ängstlichkeit wurde zum Problem. Um ihn scheufrei zu machen, band man ihn an  einen fahrenden Schlepper (!). Dann sollte Bonnie einen Schlitten ziehen. Als dieser ihm in die Hinterbeine rutschte, raste er in Panik damit über die Autobahn. Das alles gab ihm den Rest. Als Durchgänger und Rehepferd taugte er weder für den Reiterhof, noch als Kutschpferd für seinen nächsten Besitzer. Es war unser damaliger Schmied, der dieses Nervenbündel von Pony an uns vermittelte. Bonnies unglaubliche Freundlichkeit und Liebe zu Kindern bewegten ihn dazu. So kam er dann 12-jährig zu uns. Es hat Jahre gedauert, das völlige Vertrauen dieses Ponys zu gewinnen. Aber dann folgte es uns überall hin, selbst unter Baggerarme hindurch, an Schleppern und Menschengruppen vorbei. Unser Sohn konnte es schließlich sogar ohne Sattel im Gelände reiten. Wenn es unserem Bonnie doch einmal  bange wird, sucht er einfach unsere Nähe, drückt seine  Nüstern in unsere Hand oder schiebt gar seinen Kopf  unter unseren Arm. Bonnies fast grenzenloses  Vertrauen ist herzergreifend. Inzwischen ist er seit gut 10 Jahren im absoluten Ruhestand. Aufgrund seiner  starken Reheneigung und der Unfähigkeit Heu zu  fressen ist er ein echter Pflegefall geworden. Bonnie muß viermal am Tag gefüttert werde. (Eingeweichte Heucops, Zuckerschnitzel, ein vitamin- und mineralstoffhaltiges Spezialfutter, Gehaltsrüben) Täglich kommt er auf eine ( vorher abgehütete) Weide nach  draußen. So ist Bonnie zwar sehr dünn, aber das Leben  macht auch ihm noch sichtlich Spaß. Kaum, daß dieser Bericht gedruckt war, mußten wir ihn am 27.2.11 wegen eines Beinbruchs einschläfern lassen.


 

Flicka


(Flicka etwa 3 Wochen vor ihrem Tod)

Stammt aus einem aufgelösten Streichelzoo. Auch sie kam über einen Schmied zu uns, der sich der ganzen überflüssig gewordenen Ponys annahm. Auch sie waren in keinem besonders guten Zustand. Den ganzen Sommer auf einem Kurparkgelände waren sie über- und fehlgefüttert worden. Die Winter verbrachten sie an Landwirte verteilt ausschließlich in feuchten, warmen Stallungen. Das ließ einige von ihnen dämpfig und rehekrank werden.- Flicka war 34 Jahre, als sie auf unseren christlichen Pferdeschutzhof kam. Da sie fast blind ist, hat sie sich ganz eng an Salomo gehängt, ihren „Riesenblindenhund“. Sie sind inzwischen unzertrennlich, so daß wir sie nachts in eine gemeinsame Box stellen. Tagsüber sind auch sie in der Regel draußen, im Sommer auf der Sommerweide mit Unterstand. Auch Flicka kann mit ihren nun 36 Jahren kein Heu mehr fressen und wird mit Heucopbrei u.a. gefüttert. Im Sommer 2012 wurde sie krank. Flicka mochte nicht mehr richtig fressen und verlor rasch an Kraft. In nur wenigen Tagen wurde sie so schwach, dass sie schliesslich die meiste Zeit lag- beschützt und bewacht von ihren beiden grossen Weidegefährten, Salomo und Prinz. Immer wenn wir die Weide verliessen, gesellten sie sich zu ihr und blieben bei ihr, bis wir wiederkamen. Erst dann verliessen sie ihre kleine Freundin, um zu weiden. Unser Tierarzt machte eine Blutuntersuchung und stellte Nierenversagen fest. Flicka frass gar nichts mehr. Wir liessen sie schweren Herzens einschläfern.
Auch Salomo und Prinz haben einige Wochen sichtbar um sie getrauert.



Salomo

Unser 20-jähriges Fjordpferd wurden mit weiteren Pferden seine Rasse von einem Pferdehändler 2-jährig von Dänemark nach Deutschland geholt. Alle wurden im Schnellverfahren kurz angeritten und dann teuer als zugeritten verkauft. Bei Salomo stellte sich aber heraus, daß er nicht nur extrem scheute, sondern auch Koordinationsprobleme hatte. Er stolperte ständig, vergaß zuweilen beim Traben einen Vorderfuß wieder aufzusetzen um dann über die Schulter hinweg zu stürzen. Lebensgefährlich für einen Reiter! Als Reitpferd nicht zu gebrauchen, war ihm eigentlich der Schlachter sicher. Eine Freundin von uns entdeckte das abgemagerte Pferd in der Herde des Händlers. Die Herde moppte ihn, so daß er die Nächte abseits der Herde schutzlos im Regen schlief. Salomo war gerade erst 2,5 Jahre alt, als er auf unseren Gnadenhof kam und lebt nun (trotz manchem Sturz auf der Weide) schon fast 18 Jahre mitten unter seinen geliebten Shettys, wobei Flicka ihm die Liebste ist. (s.o.)
Nur wenige Monate nach Flickas Tod, im Herbst 2012, hörten auch bei Salomo die Nieren auf zu arbeiten. Auch er verlor rasch an Kraft, schlief viel, oft auch im Stehen. Im Herbst holten wir wegen des unwirtlichen Wetters die Pferde nachts wieder in den Stall. Eines morgens fehlte ihm die Kraft aufzustehen, sein Kreislauf brach zusammen und wir mussten auch ihn, nach 18 Jahren einschläfern lassen.




Prinz
Der schöne, etwa 32-jährige Westfale Prinz kam Ende Januar 2012 zu uns. Seine Lebensgeschichte ist die geradezu klassische vieler Turnierpferde: In jungen Jahren war Prinz (damals hieß er noch Angelino) ein erfolgreiches Springpferd. Da er ein sehr
umgängliches, liebes Wesen hat, wurde er später als Schulpferd eingesetzt.
Wieviele Reitschüler auf seinem Rücken reiten gelernt haben, wieviele er davon erfolgreich durch Reiterprüfungen und Turniere getragen hat, weiß er allein. Sicher hat er viele, besonders junge Reiter glücklich gemacht. Um so trauriger ist es, daß dieReitschule ihn mit seinem Kollegen dem Schlachter übergeben wollten, als beide auf die 20 Jahre zugingen. Gesund, bildschön, aber zu alt für einen Schulbetrieb. Die Pferde standen schon auf dem Hänger, der sie zum Metzger bringen sollte, als 2 Frauen sie für ihren eigenen Reitstall kauften. (Leider gingen dabei die Papiere der Pferde verloren). Für beide Pferde folgten nun einige schöne Jahre.
Aber dann war auch das vorbei. Seine Besitzerin zog weg, nahm ihn aber zunächst mit. Im neuen Stall lernte Frau Groll Prinz kennen. Sie und ihre Freundin nahmen ihn öfter als Handpferd mit, da seine Besitzerin immer weniger Zeit für ihn fand. Schließlich zog sie abermals um und ließ Prinz zurück. Damit er nicht doch noch zum Schlachter mußte, übernahm ihn Frau Groll ganz. Es gestaltete sich aber
schwierig für sie, einen bezahlbaren, passenden Platz für Prinz zu finden. Er ging nun schon langsam auf die 30 zu, war nicht mehr zu reiten, schwerfuttrig und immer noch 
sehr sensibel und temperamentvoll. Wenn seine Boxennachbarn für Wanderausritte den Stall verließen reagierte er geradezu panisch und drehte laut wiehernd Runde um Runde in seiner Box - bis sie wiederkamen. Das war für manchen Reitstall nicht tragbar. Dazu kam die aufwendige Fütterung alter Pferde, die viele Pferdepfleger überforderten. Prinz magerte zusehens ab.Frau Groll suchte verzweifelt einen passenden Platz für das Pferd, rief (2010) auch bei uns an.
Aber damals waren unsere Boxen alle belegt. Sie brachte Prinz auf einem anderen Gnadenhof unter. Aber auch dort war man mit seiner Pflege überfordert. Als dann die Stallmiete drastisch erhöht wurde, mußte Prinz wieder umziehen. Er verbrachte noch einmal einige Wochen in einem Reitstall, bis er dann endlich, extrem abgemagert, bei uns einzog.
 








Prinz schien sich von Anfang an wohl zu fühlen. Mit Heißhunger stürzte er sich auf seinen Futterbrei. Wir fütterten ihn 4 mal am Tag mit einem Brei aus geschrotetem Hafer, Heucop, " Beste-Jahre-Müsli" und Melasse, alles reichlich mit Wasser versetzt. Dazu Gehaltsrüben, Äpfel u.a. Inzwischen hat Prinz schon gut 2 Zentner zugelegt. (Was beweist, daß alte Pferde nicht zwangsläufig mager sein müssen! ) Auch sonst hat er sich gut erholt. Er kennt den täglichen Rhythmus, den Weg zur Weide, die anderen Pferde, die Hunde - und natürlich uns, seine Pfleger.



Ja, Prinz ist nach Hause gekommen und er dankt es mit großer Anhänglichkeit. Wir wünschem ihm noch viele unbeschwerte Jahre auf unserem Hof. -

Am 1.Januar 2015 war es dann leider so weit. Prinz hatte noch einen sehr schönen Sommer auf der Weide verbracht, als ihn nach und nach seine Kräfte verließen. Als es im Spätherbst kühler wurde, holten wir ihn mit seiner geliebten Stute Adina vorzeitig von der Sommerweide. So verbrachten sie die Nächte im Stall und wir konnten auch spät
abends noch einmal nach ihm schauen. Schließlich fraß er nicht mehr richtig und wurde zunehmend schwächer. Als dann noch unklare Bauchschmerzen hinzu kamen, ließen wir ihn schweren Herzens einschläfern.


 




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