Christl. Pferdeschutzhof Refugium - Die Hunde
 

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Die Hunde
Seit 40 Jahren leben ein oder zwei Hunde bei uns auf unserem Hof. Die ersten kamen als Welpen zu uns, aber die letzten drei kamen aus dem Tierheim, zwei davon, Daffi und Simson waren zunächst richtige "Problemhunde" (siehe unten). Zur Zeit lebt der schöne Hütehundmischling Asterix bei uns.

Asterix
Asterix
, genannt Asti, zog im Sommer 2017 bei uns ein, nachdem Simson (s.u.) gestorben war.
Sein Leben begann auf einem Bauernhof. Von dort kam er als kleiner Welpe in die Großstatt. Sein Herrchen erzog den kleinen Hütehundmischling sehr streng. Schließlich darf man in der Stadt nicht ständig bellen, d.h. am Besten gar nicht. Der Befehl: "nein!", war wohl der erste, den er lernte. Mit diesem Wort verband Asti Strafe und so zuckte er die ersten Monate bei uns zusammen, wenn man ihm energisch "nein" zuruft. Ebenso, wenn er erst auf die zweite Aufforderung heranzukommen reagierte und man ihm für das Kommen und Vorsitzen mit einem Leckerbissen belohnen wollte. Dann  duckte er sich vor der ausgestreckten Hand weg.- Bei seinem ersten Besitzer hatte Asterix gelernt, viele Stunden alleine zu bleiben, nicht zu betteln, sich bei Besuchern zurückzuhalten usw. Asti ertrug die Strenge, fügte sich darunter und wartete stets geduldig, wenn sein Herrchen ihn manchmal bis zu zehn Stunden allein ließ. So vergingen die Jahre. Inzwischen war Asti acht Jahre alt. Sein Herrchen hatte immer weniger Zeit für ihn, die Impfungen wurden völlig vergessen - und dann war da ja irgendwann die neue Freundin mit ihrem Kind. Da Asti beide mochte schien einem Zusammenzug zunächst nichts im Wege zu stehen. Aber dann hieß es plötzlich, Asti müsse weg, der Vermieter der Frau erlaubte keinen Hund. Und so kam der Tag, an den Asti noch lange denken würde: Sein Herrchen ließ ihn, wie früher so oft, ins Auto springen und Asti freute sich riesig auf einen gemeinsamen Ausflug in den Wald. Aber diesmal fuhr sein Herrchen nicht mit ihm in den Wald, sondern zu einer Tierpension. Er gab ihn dort ab - und - fuhr weg! Asti verstand die Welt nicht mehr! Zuhause, in der gemeinsamen vertrauten Wohnung alleine zu bleiben, das war eine Sache, aber weggebracht, in der Fremde weggesperrt, das war was anderes. Asti war verwirrt, er winselte verzweifelt, sprang jaulend am Gitter hoch und wollte hinter seinem geliebten Herrchen herlaufen. Kaum einer ahnt, was das für einen so bindungsstarken, treuen Hund bedeutet! Als ihn dann nach zehn Tagen sein Herrchen wieder abholte, verwandelte sich das verzweifelte Winseln in ein riesiges Freudengeheul. Endlich war sein Herrchen wieder da! Der Hund konnte ja nicht ahnen, dass sein Besitzer nur kam, weil das Geld für die Pension ausgegangen war und er nun endgültig weg sollte. Statt sich an den Tierschutz zu wenden, wollte sein Herrchen ihn über E.Bai verschenken. Dieses entdeckte eine Mitarbeiterin von TINO (Tiere in Not Odenwald) Dieser Verein beschloß, Asti nicht einem fraglichen Schicksal zu überlassen, sondern ihn zu übernehmen und ein neues, schönes Zuhause für ihn zu suchen. Die Mitarbeiter holten ihn selbst ab, um einen ersten Eindruck von dem Hund zu bekommen. Als sie Wohnung betraten blieb Asti im Zimmer auf einer Decke liegen, daneben war ein kleiner Junge und etliche Hundekekse. Man erklärte, dass Asti nicht wache und auch immer schon sehr schlecht gefressen habe, oft tagelang gar nichts. und so dünn war er auch.
Wie anfangs berichtet ging dann alles sehr schnell. kaum im Odenwald angekommen, wurde sein Sozialverhalten gegeüber anderen Hunden überprüft und dann ging es ins Katzenhaus. Zur Freude aller bestand er auch den Ka
tzentest und so wurde er von zwei netten jungen Frauen nach Frankenau auf unseren Pferdeschutzhof gebracht. -
Und dort begegneten sie sich: Ein Hund, der seinen Menschen verloren hatte und Menschen, die ihren geliebten Hund verloren hatten. Beide waren sich zunächst so seltsam fremd und doch irgendwie vertraut. -
Aber dann ging es gleich zu den Pferden. Schließlich wollten Astis Begleiterinnen ja sehen, wo er künftig leben würde und Asti staunte nicht schlecht, als es gemeinsam auf die Sommerwiese des Pferdschutzhofs ging.                               

 
Endlich Gras unter den Pfoten! Asti warf sich gleich hinein und wälzte sich wohlich.
Aber dann stiegen die beiden netten Damen in ihr Auto und Asti sollte bei seinen neuen Besitzern ins Auto springen. Leicht widerstrebend gehorchte er brav, fing aber an leise zu winseln. Wieder war er verwirrt und verunsichert, wieder fühlte er sich völlig fremd.

Die ersten Tage im neuen Zuhause verhielt Asti sich freundlich, still und zurückhaltend. Stets lag er irgendwo und beobachtete seine neuen Menschen. Seine innere Unruhe zeigte sich nur darin, dass er nie sehr lange auf einem Platz blieb.











     Mal lag er auf einer Decke in der Küche, dann zog er sich in sein Körbchen ins Schlafzimmer zurück um kurz darauf in einer Ecke im Flur u.a. zu liegen. Auch wenn wir abends im Wohnzimmer saßen, legte er sich immer nur sehr kurz zu uns, um dann gleich darauf wieder zu verschwinden. Dass er die Nächte im Schlafzimmer seiner Menschen verbringen durfte, war neu für ihn. Aber auch nachts blieb er nie lange auf einer Stelle liegen. Besonders die ersten Nächte verliefen sehr unruhig. Asti träumte viel und es müssen schlimme Träume gewesen sein. Einmal winselte und jaulte er so verzweifelt, dass ich einen Schrecken bekam und ihn weckte.-
Es mag ja sein, dass es manchmal wirklich unumgänglich ist, einen Hund wegzugeben, dass es wirklich nicht anders geht. Es mag ja sein - aber -  ein Hund wird das niemals verstehen. Er kann es nicht! Er selbst würde sein geliebtes Herrchen niemals verlassen und lieber in einer ärmlichen Bruchhütte mit ihm leben als alleine in einem "Hundeschloß" mit tausend Leckereien. Diese Treue ist es doch, die wir Menschen so an den Hunden schätzen. Auch wenn man diese typische Charaktereigenschaft bei einigen Rassen weggezüchtet hat, gehört Asti nicht zu ihnen. Er gehört nun einmal zu den bindungsstarken Hunden und so hat er sehr gelitten. So schaute er uns in der ersten Zeit manchmal geradezu bittend, leise winselnd in die Augen...Anfangs fühlte er sich am meisten zu meinem Mann hingezogen. Als dieser ins Auto stieg, um das Futter auf die Weide zu bringen, und ich mit Asti zur Weide laufen wollte, winselte und jaulte er fürhterlich und versuchte hinter dem Wagen her zu laufen. Nur langsam beruhigte er sich. Kamen die alten Bilder wieder hoch, als sein Herrchen damals wegfuhr und ihn zurückließ?
Ja, Hunde erleben Trennungsschmerz wie wir, aber sie können ihn nicht verarbeiten, nicht darüber reden, nicht verstehen was da passiert ist. Asti hatte Heimweh. gleichzeitig aber fand er zunehmend Gefallen an seinem neuen Leben. bot es ihm doch so viel mehr Freiheiten und war er doch nicht mehr so viel allein.

Sogar die Hofkatzen freundeten sich schnell mit ihm an und schon bald begrüßten sie einander mit herzlichen Nasenstupsen.
Dennoch wirkte Asti die ersten Wochen ein wenig zerrissen. neben der Trauer gab es immer wieder kurze Momente, wo er sich geradezu übermütig freute, wenn wir ihn von der Leine ließen und zum Toben aufforderten. Dann raste er fröhlich durch das hohe Gras, hüpfte wie ein Fuchs im Maussprung in die Luft und umkreiste uns übermütig bellend. Zunächst waren es nur seltene, kurze Augenblicke der Lebensfreude, aber nach und nach wurden sie häufiger und länger. Es gab ja auch so viel Neues, Schönes in seinem neuen Leben. Asti kam, wie berichtet, aus der Großstadt. jetzt war er auf dem Land.
Und überall war so viel Platz, Freiheit. Er durfte ich von anfang an im ganzen Haus frei bewegen. Dazu der kleine Hof und dann die täglichen Ausflüge in die Natur, Wiesen verwilderte Wege. So verbesserte sich auch seine Kondition. War er anfangs schon nach einem kurzen Sprint völlig außer Puste und schleifte die Hinterbeine ein wenig nach, so dass die Krallen über den Boden kratzten, wurde er immer kräftiger und ausdauender. Bald schien er förmlich über die Wiesen zu fliegen. Und dann die Hundeschule: kuscheln mit den kleinen Welpen, flirten mit denn älteren Hündinnen, die leider oft abweisend reagierten, laufen durch einen Tunnel usw. Nein, sein Leben war nun alles andere als langweilig.

Und so sind ganz langsam ein Hund, der seinen Menschen verloren hat, und Menschen, die ihren Hund verloren haben zusammen gewachsen. Asti hat sich dabei sehr verändert. Er ist nicht der Hund, den sein vorheriger Besitzer beschrieben hatte. nicht nur, weil er, seit er bei uns ist, stets mit gutem Appetit frißt, sondern er ist freier, selbstbewusster geworden und er wacht! Er meldet jeden, der den Hof betritt oder gar an die Haustür kommt, besonders dann, wenn wir irgendwo im Haus unterwegs und beschäftigt sind. Er macht das nicht hysterisch, sondern sehr ruhig. Mit seiner schönen, dunklen Stimme klingt es wie ein melden, als rufe er uns zu: "Da ist wer, kommt mal!" Als ich neulich am Computer saß und an einer Rundmail schrieb, lag er neben mir. Da klingelte unten im Haus das Telefon. Er stand auf, sah mich an und "wuffte".  Auch wenn wir draußen unterwegs sind, schaut er sich laufend nach uns um und wartet fragend an jeder Kreuzung.

Asti wird jetzt zehn Jahre und man merkt ihm sein Alter langsam an. Die Knochen "melden" sich, er spielt nicht mehr so ausdauernd und schläft viel.
Dennoch mag er es, wenn wir ihm Aufgaben geben, die er nach wie vor sehr schwungvoll erledigt, wie z.B. das Hereintragen der Frühstücksbrötchen und der Zeitung. Er ist sehr pfiffig und läßt sich manches einfallen, um an ein Zusatzleckerchen zu kommen. Ein lieber kleiner Strolch.
Ihr merkt schon, wir haben diesen Hund sehr liebgewonnen!








Simson

Simson kam in Griechenland zur Welt. Dort wurde er, als er gut drei Monate alt war, zusammen mit zwei Geschwistern in einer Ackerfurche ausgesetzt.. Es war Winter und sehr kalt. Doch die drei hatten Glück. Ein Tierfreund entdeckte die Welpen rechtzeitig und brachte sie in ein von Deutschen geführtes Tierheim. Die nächsten Monate verbrachten die drei gemeinsam in einem Zwinger und hatten nur wenig Kontakt zu ihren Pflegern. Für Spaziergänge, Hundeschule usw. war keine Zeit. Zu groß ist die Zahl der notleidenden Hunde in Griechenland, zu klein die der Hundeliebhaber. Dem Tierheim gelang es schließlich, einen der Welpen, eine Hündin, im Land zu vermitteln. Die Rüden hatten dort keine Chance. Deshalb übernahm der Verein "Tiere in Not Odenwald" die Hunde und über sie kam Simson zu uns. Er war damals acht Monate alt, also ein richtiger Halbstarker - und Halbwilder, hatte er bislang doch nur unter Hunden gelebt.
Sein "Einstand" bei uns war eine einzige Katastrophe: Nur zwölf Stunden nach seiner Ankunft ging er wie ein brüllender Löwe auf uns los. Mein Mann wollte sich gerade umziehen, als der vorher scheinbar friedlich daliegende Hund seinen Angriff startete. Reflektorisch zog ihm mein Mann seinen Schlappen über die Schnauze, dazu ein enerigisches "aus!" und Simson sprang verblüfft zurück. Offenbar hatte ihm seine Angriffsstragie bislang (unter Hunden) in der Regel Erfolg gebracht, mit seiner Größe und seiner tiefen, mächtigen Stimme, die wirklich mehr nach Raubkatze, als nach Hund klang.
Als er sich auch auf unsere erschrockene Schäferhündin Daffi stürzen wollte, stellte ich mich schnell neben sie und wies ihn so energisch (ich war wirklich etwas böse) zurück, dass sie mitmachte und bellend auf ihn losstürmte - und sie mal einer an - er wich tatsächlich zurück und rannte schnell zu meinem Mann, um bei ihm Schutz zu suchen, hatte er doch erlebt, wie stark und überlegen dieser ihm mental war. So hatten mein Mann und ich recht schnell bei ihm gewonnen. Aber eben nur wir! Deshalb besuchten wir von der zweiten Woche an mit ihm eine Hundeschule. Auch sprachen wir mit dem Tierheim in Griechenland, um mehr über ihn zu erfahren. Was wir dort hörten erklärte einiges, z. B. warum er laut aufjaulte, wenn man ihn direkt am Halsband festhalten wollte. Simson war ein typischer griechischer Schäferhund, hieß es, ein Herdenschutzhund. Seine helle Farbe war gerade "Mode". Viele Hirten in Griechenland machen bis heute das, was in unserem Land mit Katzenwelpen, Küken und leider auch manchmal mit Hundewelpen gemacht wird: der unerwünschte Nachwuchs wird  getötet. Mit etwa drei Monaten werden die Welpen "getestet". Dazu greifen die Züchter den Welpen ins Nackenfell, heben sie hoch und schütteln sie. Das machen Hunde, um zu töten! Was Schlimmeres kann man einem Hund gar nicht antun! Die Welpen, die in Todesangst jaulen (und das sind viele) , werden "aussortiert", sie sind den Hirten nicht hart genug. Im Sommer werden sie in einer Kiste in die glühende Sonne gesetzt, im Winter, wie bei Simson, in eine Ackerfurche geworfen.

So verwundert es nicht, dass Simson ein ängstlicher, unsicherer Hund war. Leider war
diese Unsicherheit gepaart mit einem extremen Ressourcenverhalten und Dominanzstreben. Ansonsten war er ein typischer Herdenschutzhund, so, wie die Griechen diese Hunde beschreiben: Besonnen und sich ihre Kräfte einteilend. Dazu handeln sie souverän. Wenn sich der Herde ein Raubtier nähert, ist keine Zeit, erst das Herrchen zu fragen...
Das macht sie für viele so unberechenbar. In Deutschland leben sie in der Regel in der Enge, können vieles nicht einschätzen, ist z.B. ein dröhnender Schlepper gefährlich? Ein auf die Herde (Familie) zurennender fremder Mensch? Ein von hinten sich näherndes Auto?....
So gehören diese Hunde eigentlich nicht in unser Land, dafür sind sie nicht gezüchtet. Sie gehören in die Weite, wo sie wachen dürfen ohne durch zu viele Reize überfordert werden. In Griechenland pirschen sich nicht pausenlos von allen Seiten Raubtiere an...

Aber in Griechenland hatte Simson gar keine Chance auf Vermittlung. Nur deshalb war er nun in Deutschland.  Und so mußte Simson vieles lernen, was eigentlich gegen seine Natur war. Nicht nur, dass er sich nicht auf alles und jeden stürtzen durfte, was sich uns oder ihm näherte, nein , er mußte uns "fragen", ehe er agierte. Und er hat es gelernt, wenn auch langsam. Übrigens hatten wir große Probleme, eine passende Hundeschule für ihn zu finden.

     
       Einigen Trainern fiel es schwer, zu akzeptieren, dass er anders war, als z.B. unsere Schäferhunde: Nicht gerade sportlich, nicht "bestechlich" für Futter, zurückhaltend gegen Fremde. Er wirkte auf sie pflegmatisch. Aber schließlich fanden wir unseren Platz in einer Ortsgruppe des Vereins für De
utsche Schäferhunde und nach zwei Jahren bestand er seinen Begleithundeprüfung! Wie meinte doch noch unser Prüfer: Er wäre zwar sehr langsam , aber er hätte alles gemacht. -
Solange er noch jung war, spielte er mit anderen Hunden, mit etwa vier Jahre
n war das weitgehend vorbei. Auf dem Hundeplatz lag er am liebsten in der Mitte, um die Gruppe zu beobachten und zu warnen, wenn Fremde kamen. Er hatte gelernt, auf seinem Platz zu bleiben und nur zu melden. Das machte er auch auf unserer Almwiese. dort war er als Herdenschutzhund in seinem Element.
                                                 

 Auch bei Welpen, egal ob

 Katzen- oder Hundewelpen zeigte er ein sicheres Sozialverhalten. Solange sie klein waren, hatte er eine schier grenzenlose Geduld mit ihnen.
 
 
                                            
 

      So durfte sich auch Nachbarhund Freddi (links) so lange er klein war, alles erlauben und erst als er in Simsons Augen erwachsen war, forderte er Respekt von ihm ein. - Kam Futter ins Spiel, hörte der Spaß allerdings auf... 
Zurück zur Hundeschule. Dort beneideten uns manche, weil Simson so ruhig, ausgeglichen, ja souverän wirkte. Ich konnte ihn, egal wo, ablegen, den anderen bei ihren Hunden helfen u.a. Ja, ich konnte mich wirklich auf ihn verlassen. Allerdings  konnte ich ihn auch " lesen" und so fiel so manches mal der mahnende Satz "Simson, denk` was anderes!" 
Die Kursteilnehmer hielten es für einen Spaß und lachten, denn sie kannten ihn und seine Natur nicht... Zeit seines Lebens mußten wir aufpassen, vor allem im Haus. Was draußen ging, andere Hunde, Besucher und auch Kinder, ging innen nicht. Da mußte seine Individualdistanz eingehalten werden, auch meldete sich da schnell sein Ressourcenverhalten. Es kam auf die Besucher an. Hundeliebe Menschen, mit fröhlicher Autorität, erkannte er an, liebte er, unsichere oder abweisende hätte er auf seine Art vertrieben, wenn wir es zugelasssen hätten. 
Dennoch, wir konnten das "händeln" und waren sehr traurig mitzuerleben, dass andere ihre Herdenschutzhunde töten ließen, sobald sie ein zwar unerwünschtes aber doch eigentlich normales Herdenschutzverhalten zeigten.  Nein man kann es nicht aberziehen, es ist der angeborene und von uns Menschen angezüchtete Charakter dieser Hunde, aber man kann lernen es zu kontrollieren! 
Wir haben uns bemüht, unserem Herdenschützling so weit wie möglich gerecht zu werden. Auf der Weide bei den Pferden durfte er er  selbst sein. Da konnte er Stunden liegen, wenn wir die Tiere versorgtn, Zäune zogen usw. Dort spielte er mit seinen Freundinnen.
    

 













 


Aber auch unser Hof bot ihm Gelegenheit, er selbst zu sein, wenn er auch nie alleine dort sein wollte. Einer
von uns mußte in
der Nähe sein, dann war er entspannt, wußte er doch, wir passen auf.
 



 


Als unser Simson im Alter von nur 10 Jahren starb, waren wir alle sehr traurig, aber wir wissen, dass wir unseren geliebten Hund einmal wiedersehen.






 Daffi

 Die Lebenssgeschichte einer kleinen Schäferhündin



Jesus Christus spricht: „Das  
Alte ist vergangen, Neues ist geworden.“  
 (2. Kor. 5,17)

Wenn man das Leben der kleinen Schäferhündin betrachtet, drängt 
sich dieser Bibelvers als Überschrift geradezu auf. Daffi, die eigentlich Dafne heißt, ist eine eher unscheinbare, zurückhaltende Hündin.  Über ihre ersten Lebensjahre, die sie in Italien verbrachte, liegt ein dunkler Schatten. Es ist der Schatten der Gleichgültigkeit und Lieblosigkeit der Menschen, denen sie nun einmal ausgeliefert war. Nur sie selbst könnte erzählen, welche Not sie in jenen Jahren durchlitt. Ihre für ihre Rasse so typisch große Anhänglichkeit und Anpassungswilligkeit ließ sie immer wieder die Nähe der Menschen suchen, während bittere Erfahrungen sie lehrten, ihn zu fürchten. So lernte die sensible Hündin Zurückhaltung und äußerste Vorsicht im Umgang mit den für sie so unberechenbaren und  launischen Menschen. Daffi begriff schnell, das es zwecklos war sich gegen Ungerechtigkeit und   Lieblosigkeit zu wehren. Sie unterwarf sich, fügte sich. Aber es sollte noch schlimmer kommen. Daffi war etwa 6 Jahre alt, als ihre Besitzer ihrer überdrüssig wurden. Sie wollten einen neuen, jungen Hund. Damit schien ihr Schicksal endgültig besiegelt. Das Schicksal so vieler Hunde in Italien und anderswo. Daffi sollte in einer italienischen „Hundefabrik“ entsorgt werden. So wäre ihr trauriges Leben mit 6 Jahren zu Ende gewesen, wenn es da nicht eine alte Italienerin mit einem Herzen
für Hunde gegeben hätte. Ihr taten besonders die vielen „überflüssig“ gewordenen Hunde aus den oft zweifelhaften italienischen Hundezuchten (von ihr zu Recht Hundefabriken genannt) leid. Seit Jahren setzte sie ihre ganze Kraft und Geld dafür ein, möglichst viele der zum Tode verurteilten Tiere zu retten. Nur Daffi weiß, wann und wo diese Frau sie in ihrer auswegslosen Situation entdeckte. War es Daffis abgemagerter Körper oder ihre so trüben verängstigten Augen, die sie sofort handeln ließen? Es war sicher nicht schwer, den Hund zu bekommen, schließlich sollte er ja getötet
werden. Aber nun mußte die Italienerin ein neues Zuhause für Daffi finden. Wer aber wollte einen unscheinbaren, 6-jährigen verstörten Schäferhund? In Italien sicher niemand und in Deutschland? Sie rief, wie schon oft, Frau Heberer von „Tiere in Not Odenwald e.V.“ an.
Von all dem ahnte Daffi nichts. Für sie kam eine schwere Zeit. Zugegeben, ihr altes Zuhause war schlecht. Aber jetzt hatte sie gar nichts mehr. Daffi war verzweifelt, verstört. Fast willenlos ließ sie alles über sich ergehen. Mehrwöchige Zwischenstationen in Italien, stundenlange Autofahrten. Ständig neue Menschen und immer wieder diese tiefe Angst und diese den Hunden so eigene Sehnsucht nach einem Menschen, einen Herrn, der ihnen Sicherheit und Geborgenheit gibt. Immer wieder versuchte sie sich an einen Menschen hängen, z.B. an den Pfleger im Tierheim Odenwald und die freundlchen Tierschützerinnen, die sie von dort auf den christlichen Pferdeschutzhof in Frankenau brachten. So stand sie schließlich vor ihrem zukünftigen Zuhause. Voller Angst mochte sie gar nicht eintreten. Ruhelos und scheu schlich sie geduckt in der Wohnung umher. Alles war fremd. Dann hörte sie die Hofkatzen hinter der Tür. Völlig durcheinander fing sie haltlos an zu bellen. Wer mochte ihr verdenken, daß sie Durchfall bekam und der Wohnzimmerteppich herhalten mußte? Die jungen Damen fuhren wieder und mit ihnen der letzte Rest Sicherheit. Wie gut, daß ihre neuen Besitzer sie nicht bedrängten. Dann kam der Abend. Daffi beobachtete unruhig, was nun passierte. Würde man sie  irgendwohin wegsperren? Aber da wies man ihr auch schon einen Platz zu, ein kuscheliges Hundekissen neben dem Bett ihrer neuen Besitzer. Sie rollte sich nur zu gern darauf zusammen! Sie durfte bei ihrem neuen Rudel schlafen! Das gab ihr ein wenig Trost und Sicherheit. Die erste Zeit im neuen Rudel war nicht einfach. Schnell stellte sich heraus, das sie so gut wie gar nichts kannte. Eine Rückfrage bei jener Italienerin, die sie gerettet hatte, bestätigte den Verdacht: Daffi kam aus einem „bad house with bad love“. In ihren ersten 6 Jahren hatte sie nur 3 Dinge kennengelernt: eingesperrt zu sein in einem dunklen Kellerraum, angebunden und gequält zu werden. So reagierte sie weder auf ihren Namen, noch kannte sie irgendeinen Befehl (auch nicht auf italienisch). Alles was ihr fremd war, (und das war fast alles!) bellte sie geradezu hysterisch an, ob es ein Ball oder ein Stück Papier auf der Straße war. Extrem heftig reagierte sie auf alles, was sich bewegte. So mußte die nervöse Hündin 2 Dinge lernen: Zum einen, daß ihr ihre neuen Besitzer die Verantwortung für ihr Leben abnahmen, daß sie sich nicht selbst beschützen und verteidigen brauchte und zum anderen, daß die Dinge, die sie für so bedrohlich hielt, es gar nicht waren. So besuchte man mit Daffi eine Hundeschule und führte sie parallel dazu an alles heran, was ihr fremd war. Die hofeignen Katzen erwiesen sich da als sehr hilfreich. Sie reagierten erstaunlich gelassen auf die tobende Hündin und erreichten sehr schnell, das aus dem scheinbaren Katzenhasser ein regelrechter Katzenfan wurde.


Nach diesem Vorbild ging man auch an andere Hunde heran. Man ließ Daffi zuerst beobachten, schrittweise mit ruhigen, freundlichen Rüden Kontakt aufnehmen und dann mit erfahrenen, ausgeglichenen Hunden spielen, die wie die Katzen ihr anfängliches Bellen nicht ernst nahmen. Und Daffi lernte! Sie schien ihre eigene Sprache neu zu lernen und nach einiger Zeit spielte sie freudig zunächst mit Rüden, dann Junghunden, Welpen und schließlich auch mit frendlichen Hündinnen.
Es würde hier zu weit führen, alles zu berichten, was die Hündin erlebte, wie sie sich Schritt für Schritt dem Leben öffnete und zur inneren Ruhe fand. Sie hörte auf, vor dem Hinlegen wild im Kreis hinter ihrem Schwanz herzujagen, hörte auf in die Luft zu schnappen und zu jaulen, wenn man sie streichelte und ihre einst so trüben Augen fingen wieder an zu glänzen. Auch stieß sie sich nicht mehr ständig an Schrankecken, Türen u.a.

 

Nach 2 Jahren, ihr Frauchen hatte längst mit ihr den  Hundeführerschein und die Familienbegleithundeprüfung gemacht, kam ein weiterer Tierheimhund in die Familie.

Diesmal erwies sich Daffi als eine große Hilfe bei der Erziehung des 8-monatigen Wildlings Simson.
Heute ist Daffi etwa 13 oder 14 Jahre alt. In den vergangenen Jahren haben wir oft von anderen gehört, daß unsere Hündin so viel Ruhe und Gelassenheit ausstrahle! Ja, Daffi wurde so, wie man sich einen Deutschen Schäferhund  
vorstellt: Wachsam, mutig, arbeitseifrig, klug und freundlich. Geblieben ist eine anfänglich leichte Zurückhaltung gegen Fremde. Sie nimmt von ihnen kein Futter an.
Wir denken, dieser Bericht spricht für sich. Er beantwortet manche Fragen, ob es sinnvoll ist, einem verstörten Tier, dazu noch aus dem Ausland, eine Chance zu geben. Er soll aber auch zeigen, welch große Verantwortung dem Menschen gegenüber den Tieren gegeben ist, seine große Schuld, aber auch die Möglichkeit, ein klein wenig wieder gut zu machen. Ein Auftrag, der besonders uns Christen gegeben ist. Nicht immer einfach, doch aber sehr schön, wie abschließend folgendes Erlebnis zeigt: Es war schon in der ersten Zeit, als Daffi mitten in der Nacht erwachte. Da wurde ihr wohl im Erwachen bewußt, daß sie nicht mehr in Italien war, daß das Alte vergangen war. Ihr kleines Hundeherz fing an freudig zu klopfen, mit ihm ihr Schwanz, der bald heftig auf den Boden trommelte. sie sprang hoch, hüpfte mit den Vorderpfoten auf das Bett des neuen Frauchens und leckte ihr kurz und leckte ihr heftig über das Gesicht.
Alles in ihr schien zu jubeln:      
Endlich habe ich ein neues Frauchen! – und ein Herrchen! Sie raste um das Bett herum, hüpfte abermals mit den Vorderpfoten darauf und drückte auch ihrem neuen Herrchen einen kräftigen Hundekuß aufs Gesicht. Dann trabte sie zufrieden auf ihren Platz zurück und schlief mit erleichtertem Aufseufzen ein. Daffi hat die Geborgenheit gefunden, nach der sie sich so viele Jahre gesehnt hatte!



 

Nachtrag:

In den letzten 2 Jahren ihres Lebens stellten sich bei Daffi typische Altersbeschwerden ein. Ihr Herz wurde schwächer und sie fing an, unter Arthroseschmerzen zu leiden. Um ihre Lebensfreude zu erhalten, bekam sie täglich Herz- und Schmerzmedikamente. Auch wurde eine Hunderampe angeschafft, um ihr den Einstieg ins Auto zu erleichtern. Da der Weg zu unserer Pferdeweide zu weit und steil für sie wurde, wurde sie täglich mit dem Wagen dorthin gefahren. So konnte sie dabei sein, ein wenig mit Simson über das weiche Gras laufen, Nachbarshund Freddy begrüßen oder auch nur im Schatten liegen und uns beobachten. Das tat sie auch oft nachts. Dann setzte sie sich in ihr Körbchen und schaute mich lange an. Wenn ich sie dann streichelte, rollte sie sich wieder in ihr Körbchen zusammen. Dennoch brauchte Daffi immer öfter die Hilfe unseres Tierarztes. Um ihr Angst und Mühen eines Praxisbesuchs zu ersparen, kam er zu ihr und versorgte sie in der vertrauten Umgebung. Schließlich, an Pfingsten, war es dann so weit. Ihr Zustand verschlechterte sich zusehens, so das wir sie einschläfern mußten. Auch dies geschah in ihrer vertrauten Umgebung im Beisein ihrer geliebten Menschen. Daffi schlief friedlich in meinen Armen ein und wir wissen, daß sie in den Armen des Herrn aufgewacht ist, der Menschen und Tiere liebt. Er wird auch all die Tränen aus ihrer traurigen Vergangenheit abwischen, die wir nicht abwischen konnten.
" Und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen."
(Offenbarung 7 17b)



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