Christl. Pferdeschutzhof Refugium - Die Hunde
 

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Die Hunde


Simson



Simson kam mit seinen 8 Monaten als  „Halbstarker“auf unseren christlichen Pferdeschutzhof. Er war mit 2  Wurfgeschwistern  in Griechenland in einer Ackerfurche ausgesetzt worden und kam über „Tiere in Not, Odenwald“ zu uns. 
In Tierheimen unter Hunden aufgewachsen fiel es ihm nicht leicht, sich in eine menschliche Familie ein- und unterzuordnen. Aber inzwischen hat er viel gelernt und sogar im SV seine Begleithundeprüfung bestanden. Seine besondere Begabung ist das Betreuen kleiner Welpen. Hier zeigt er eine schier grenzenlose Geduld und Umsicht. Das Gleiche gilt auch für seinen Umgang mit Katzenwelpen.


  
Simson hält ganz still um Anton nicht umzuwerfen  

                                                                               
                      Hier begrüßt Simson den Neuankömmling

 Daffi

 Die Lebenssgeschichte einer kleinen Schäferhündin



Jesus Christus spricht: „Das  
Alte ist vergangen, Neues ist geworden.“  
 (2. Kor. 5,17)

Wenn man das Leben der kleinen Schäferhündin betrachtet, drängt 
sich dieser Bibelvers als Überschrift geradezu auf. Daffi, die eigentlich Dafne heißt, ist eine eher unscheinbare, zurückhaltende Hündin.  Über ihre ersten Lebensjahre, die sie in Italien verbrachte, liegt ein dunkler Schatten. Es ist der Schatten der Gleichgültigkeit und Lieblosigkeit der Menschen, denen sie nun einmal ausgeliefert war. Nur sie selbst könnte erzählen, welche Not sie in jenen Jahren durchlitt. Ihre für ihre Rasse so typisch große Anhänglichkeit und Anpassungswilligkeit ließ sie immer wieder die Nähe der Menschen suchen, während bittere Erfahrungen sie lehrten, ihn zu fürchten. So lernte die sensible Hündin Zurückhaltung und äußerste Vorsicht im Umgang mit den für sie so unberechenbaren und  launischen Menschen. Daffi begriff schnell, das es zwecklos war sich gegen Ungerechtigkeit und   Lieblosigkeit zu wehren. Sie unterwarf sich, fügte sich. Aber es sollte noch schlimmer kommen. Daffi war etwa 6 Jahre alt, als ihre Besitzer ihrer überdrüssig wurden. Sie wollten einen neuen, jungen Hund. Damit schien ihr Schicksal endgültig besiegelt. Das Schicksal so vieler Hunde in Italien und anderswo. Daffi sollte in einer italienischen „Hundefabrik“ entsorgt werden. So wäre ihr trauriges Leben mit 6 Jahren zu Ende gewesen, wenn es da nicht eine alte Italienerin mit einem Herzen
für Hunde gegeben hätte. Ihr taten besonders die vielen „überflüssig“ gewordenen Hunde aus den oft zweifelhaften italienischen Hundezuchten (von ihr zu Recht Hundefabriken genannt) leid. Seit Jahren setzte sie ihre ganze Kraft und Geld dafür ein, möglichst viele der zum Tode verurteilten Tiere zu retten. Nur Daffi weiß, wann und wo diese Frau sie in ihrer auswegslosen Situation entdeckte. War es Daffis abgemagerter Körper oder ihre so trüben verängstigten Augen, die sie sofort handeln ließen? Es war sicher nicht schwer, den Hund zu bekommen, schließlich sollte er ja getötet
werden. Aber nun mußte die Italienerin ein neues Zuhause für Daffi finden. Wer aber wollte einen unscheinbaren, 6-jährigen verstörten Schäferhund? In Italien sicher niemand und in Deutschland? Sie rief, wie schon oft, Frau Heberer von „Tiere in Not Odenwald e.V.“ an.
Von all dem ahnte Daffi nichts. Für sie kam eine schwere Zeit. Zugegeben, ihr altes Zuhause war schlecht. Aber jetzt hatte sie gar nichts mehr. Daffi war verzweifelt, verstört. Fast willenlos ließ sie alles über sich ergehen. Mehrwöchige Zwischenstationen in Italien, stundenlange Autofahrten. Ständig neue Menschen und immer wieder diese tiefe Angst und diese den Hunden so eigene Sehnsucht nach einem Menschen, einen Herrn, der ihnen Sicherheit und Geborgenheit gibt. Immer wieder versuchte sie sich an einen Menschen hängen, z.B. an den Pfleger im Tierheim Odenwald und die freundlchen Tierschützerinnen, die sie von dort auf den christlichen Pferdeschutzhof in Frankenau brachten. So stand sie schließlich vor ihrem zukünftigen Zuhause. Voller Angst mochte sie gar nicht eintreten. Ruhelos und scheu schlich sie geduckt in der Wohnung umher. Alles war fremd. Dann hörte sie die Hofkatzen hinter der Tür. Völlig durcheinander fing sie haltlos an zu bellen. Wer mochte ihr verdenken, daß sie Durchfall bekam und der Wohnzimmerteppich herhalten mußte? Die jungen Damen fuhren wieder und mit ihnen der letzte Rest Sicherheit. Wie gut, daß ihre neuen Besitzer sie nicht bedrängten. Dann kam der Abend. Daffi beobachtete unruhig, was nun passierte. Würde man sie  irgendwohin wegsperren? Aber da wies man ihr auch schon einen Platz zu, ein kuscheliges Hundekissen neben dem Bett ihrer neuen Besitzer. Sie rollte sich nur zu gern darauf zusammen! Sie durfte bei ihrem neuen Rudel schlafen! Das gab ihr ein wenig Trost und Sicherheit. Die erste Zeit im neuen Rudel war nicht einfach. Schnell stellte sich heraus, das sie so gut wie gar nichts kannte. Eine Rückfrage bei jener Italienerin, die sie gerettet hatte, bestätigte den Verdacht: Daffi kam aus einem „bad house with bad love“. In ihren ersten 6 Jahren hatte sie nur 3 Dinge kennengelernt: eingesperrt zu sein in einem dunklen Kellerraum, angebunden und gequält zu werden. So reagierte sie weder auf ihren Namen, noch kannte sie irgendeinen Befehl (auch nicht auf italienisch). Alles was ihr fremd war, (und das war fast alles!) bellte sie geradezu hysterisch an, ob es ein Ball oder ein Stück Papier auf der Straße war. Extrem heftig reagierte sie auf alles, was sich bewegte. So mußte die nervöse Hündin 2 Dinge lernen: Zum einen, daß ihr ihre neuen Besitzer die Verantwortung für ihr Leben abnahmen, daß sie sich nicht selbst beschützen und verteidigen brauchte und zum anderen, daß die Dinge, die sie für so bedrohlich hielt, es gar nicht waren. So besuchte man mit Daffi eine Hundeschule und führte sie parallel dazu an alles heran, was ihr fremd war. Die hofeignen Katzen erwiesen sich da als sehr hilfreich. Sie reagierten erstaunlich gelassen auf die tobende Hündin und erreichten sehr schnell, das aus dem scheinbaren Katzenhasser ein regelrechter Katzenfan wurde.

Nach diesem Vorbild ging man auch an andere Hunde heran. Man ließ Daffi zuerst beobachten, schrittweise mit ruhigen, freundlichen Rüden Kontakt aufnehmen und dann mit erfahrenen, ausgeglichenen Hunden spielen, die wie die Katzen ihr anfängliches Bellen nicht ernst nahmen. Und Daffi lernte! Sie schien ihre eigene Sprache neu zu lernen und nach einiger Zeit spielte sie freudig zunächst mit Rüden, dann Junghunden, Welpen und schließlich auch mit frendlichen Hündinnen. Es würde hier zu weit führen, alles zu berichten, was die Hündin erlebte, wie sie sich Schritt für Schritt dem Leben öffnete und zur inneren Ruhe fand. Sie hörte auf, vor dem Hinlegen wild im Kreis hinter ihrem Schwanz herzujagen, hörte auf in die Luft zu schnappen und zu jaulen, wenn man sie streichelte und ihre einst so trüben Augen fingen wieder an zu glänzen. Auch stieß sie sich nicht mehr ständig an Schrankecken, Türen u.a.

Nach 2 Jahren, ihr Frauchen hatte längst mit ihr den  Hundeführerschein und die Familienbegleithundeprüfung gemacht, kam ein weiterer Tierheimhund in die Familie. Diesmal erwies sich Daffi als eine große Hilfe bei der Erziehung des 8-monatigen Wildlings Simson. Heute ist Daffi etwa 13 oder 14 Jahre alt. In den vergangenen Jahren haben wir oft von anderen gehört, daß unsere Hündin so viel Ruhe und Gelassenheit ausstrahle! Ja, Daffi wurde so, wie man sich einen Deutschen Schäferhund  
vorstellt: Wachsam, mutig, arbeitseifrig, klug und freundlich. Geblieben ist eine anfänglich leichte Zurückhaltung gegen Fremde. Sie nimmt von ihnen kein Futter an.
Wir denken, dieser Bericht spricht für sich. Er beantwortet manche Fragen, ob es sinnvoll ist, einem verstörten Tier, dazu noch aus dem Ausland, eine Chance zu geben. Er soll aber auch zeigen, welch große Verantwortung dem Menschen gegenüber den Tieren gegeben ist, seine große Schuld, aber auch die Möglichkeit, ein klein wenig wieder gut zu machen. Ein Auftrag, der besonders uns Christen gegeben ist. Nicht immer einfach, doch aber sehr schön, wie abschließend folgendes Erlebnis zeigt: Es war schon in der ersten Zeit, als Daffi mitten in der Nacht erwachte. Da wurde ihr wohl im Erwachen bewußt, daß sie nicht mehr in Italien war, daß das Alte vergangen war. Ihr kleines Hundeherz fing an freudig zu klopfen, mit ihm ihr Schwanz, der bald heftig auf den Boden trommelte. sie sprang hoch, hüpfte mit den Vorderpfoten auf das Bett des neuen Frauchens und leckte ihr kurz und leckte ihr heftig über das Gesicht.
Alles in ihr schien zu jubeln:      
Endlich habe ich ein neues Frauchen! – und ein Herrchen! Sie raste um das Bett herum, hüpfte abermals mit den Vorderpfoten darauf und drückte auch ihrem neuen Herrchen einen kräftigen Hundekuß aufs Gesicht. Dann trabte sie zufrieden auf ihren Platz zurück und schlief mit erleichtertem Aufseufzen ein. Daffi hat die Geborgenheit gefunden, nach der sie sich so viele Jahre gesehnt hatte! (von Elke-Theda Hellmann)

Nachtrag:

In den letzten 2 Jahren ihres Lebens stellten sich bei Daffi typische Altersbeschwerden ein. Ihr Herz wurde schwächer und sie fing an, unter Arthroseschmerzen zu leiden. Um ihre Lebensfreude zu erhalten, bekam sie täglich Herz- und Schmerzmedikamente. Auch wurde eine Hunderampe angeschafft, um ihr den Einstieg ins Auto zu erleichtern. Da der Weg zu unserer Pferdeweide zu weit und steil für sie wurde, wurde sie täglich mit dem Wagen dorthin gefahren. So konnte sie dabei sein, ein wenig mit Simson über das weiche Gras laufen, Nachbarshund Freddy begrüßen oder auch nur im Schatten liegen und uns beobachten. Das tat sie auch oft nachts. Dann setzte sie sich in ihr Körbchen und schaute mich lange an. Wenn ich sie dann streichelte, rollte sie sich wieder in ihr Körbchen zusammen. Dennoch brauchte Daffi immer öfter die Hilfe unseres Tierarztes. Um ihr Angst und Mühen eines Praxisbesuchs zu ersparen, kam er zu ihr und versorgte sie in der vertrauten Umgebung. Schließlich, an Pfingsten, war es dann so weit. Ihr Zustand verschlechterte sich zusehens, so das wir sie einschläfern mußten. Auch dies geschah in ihrer vertrauten Umgebung im Beisein ihrer geliebten Menschen. Daffi schlief friedlich in meinen Armen ein und wir wissen, daß sie in den Armen des Herrn aufgewacht ist, der Menschen und Tiere liebt. Er wird auch all die Tränen aus ihrer traurigen Vergangenheit abwischen, die wir nicht abwischen konnten.
" Und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen."
(Offenbarung 7 17b)


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